Warum sollen Verdingkinder reden?


Die Ausstellung ENFANCES VOLEES – VERDINGKINDER REDEN klagt nicht an. Sie will den persönlichen Berichten Betroffener Raum geben. Deren Zeugnisse sind als Interview-Ausschnitte in der Ausstellung zu hören. 

Die Ausstellung will ein Kapitel der Schweizer Geschichte vor dem Vergessen bewahren, indem sie ehemalige Heim- und Verdingkinder zu Wort kommen lässt. Dahinter steht die Idee, dass aus den Erfahrungen der Betroffenen von gestern etwas für heute und morgen zu lernen wäre – wenn auch nicht direkt für die konkrete heutige Praxis, so doch im Sinne einer gesteigerten Sensibilität für die Folgen unzulänglicher Massnahmen. Die Ausstellung will nicht sagen, wie es sein sollte, sondern zu Fragen anregen und eine Plattform für Diskussionen bieten und will damit Brücken schlagen zwischen Geschichte, Gegenwart und Zukunft ausserfamiliärer Erziehung.

Die Ausstellung will wissenschaftlichen Anforderungen genügen, dabei aber möglichst breite Bevölkerungsgruppen erreichen. Sie will Kindern und Jugendlichen ebenso wie älteren Menschen mit ihren unterschiedlichen Erwartungen und Fähigkeiten gerecht werden und soll von allen, die sich für das Thema interessieren, ohne Vorwissen verstanden werden.

Knaben in der Erziehungsanstalt Sonnenberg bei der Arbeit, Kriens, 1944.
Foto: Paul Senn, FFV, Kunstmuseum Bern, Dep. GKS.
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